Leserbrief der CDU Ortsunion Dolberg zum Erhalt der Gemeinschaftsunterkunft

21.06.2020 | Dennis Kykal

 

Zunächst möchten wir betonen, dass wir die demokratische Entscheidung mit 19 zu 23 Stimmen des Rates selbstverständlich akzeptieren. Nicht einfach so hinnehmen können wir jedoch das gesprochene Wort während der Ratssitzung am vergangenen Donnerstag. Die Fraktionsvorsitzende der SPD Fraktion, Frau Duhme, führte aus, dass es stets einzig die Ortsunion Dolberg gewesen sei, die eine Schließung der Gemeinschaftsunterkunft am Hermesweg gefordert habe. Ja, wir haben immer zu unserer Meinung gestanden, dass die Unterbringung von Geflüchteten am Rande des Lambertidorfes, fernab von jedem Integrations- und Freizeitangebot nicht sinnvoll ist und stehen auch weiterhin dazu. Wir möchten jedoch auch an die Sitzung des Dolberger Ortsausschusses am 05.03.2020 erinnern. Der Antrag der FWG wurde hier einstimmig angenommen, die Weiterführung des Konzeptes zur Unterbringung von Geflüchteten ebenso einstimmig abgelehnt. Wir zitieren sehr gerne Ihren SPD Kollegen aus dem Protokoll der Sitzung, der am vergangenen Donnerstag offenbar dem Fraktionszwang erlegen ist und gegen seine eigene Überzeugung den Antrag ablehnen musste: „Herr Maschelski stimmt insoweit zu, dass, da die Angebote für Geflüchtete (Anlage E des Konzeptes) im Innenstadtbereich stattfänden, der Gedanke naheliegend sei, dass die Menschen dort auch am besten aufgehoben seien. Er betont, dass das nicht bedeute, dass die Menschen nicht auch in Dolberg untergebracht sein könnten. Persönlich halte er jedoch den Standort aus den genannten Gründen für nicht geeignet.“ Auch bei den Grünen scheint die Meinung zum Erhalt der Unterkunft nicht durchgängig zu sein, so heißt es doch im Protokoll der genannten Sitzung „Herr Magera spricht sich ebenfalls gegen eine Weiterführung der Unterkunft in Dolberg und deren weitere Nachnutzung aus.“ Kann es sein, dass SPD und Grüne an einer wahlkampfbedingten Amnesie leiden?

Wir sind also keineswegs die Einzigen, die die suboptimale Unterbringung der Geflüchteten erkannt haben, neben der FWG aber wohl die einzigen, die die Meinung aus dem Lambertidorf auch in die eigene Fraktion übermitteln konnten.

Die CDU und FWG dafür in eine rechte Ecke drängen zu wollen, verbitten wir uns an dieser Stelle im Übrigen genauso vehement. Wir Dolberger haben stets unsere Gastfreundschaft unter Beweis gestellt und werden dies auch in Zukunft machen, wenn wir zum Beispiel im kommenden Jahr mit dem einen oder anderen Bewohner, welcher ja in der Regel nie länger als vier Monate in der Unterkunft untergebracht ist, nicht das erste Schützenfest feiern werden. Wir sind stolz auf unsere Dorfgemeinschaft und unsere Vereine, es ist jedoch schade für die Geflüchteten selbst, die eine bessere Unterbringung in der Mitte der Gesellschaft verdient haben.

gez. Dennis Kykal
Vorsitzender CDU Dolberg