Infobrief 4/2022 der CDU OU - Vorhelm

20.09.2022, 16:41 Uhr

Im letzten Dorfbrief dieses Jahres berichten wir über ein Gespräch mit Henrich Berkhoff, der als Mitglied des Kreistages an politischen Entscheidungen für den ganzen Kreis Warendorf beteiligt ist.

Liebe Bürgerinnen und Bürger in Vorhelm,

im letzten Dorfbrief dieses Jahres berichten wir über ein Gespräch mit Henrich Berkhoff, der als Mitglied des Kreistages an politischen Entscheidungen für den ganzen Kreis Warendorf beteiligt ist. Da fragen sich bestimmt viele Menschen, wofür sind der Kreistag und die Kreisverwaltung zuständig? Henrich hat uns über diese Themen und seine Arbeit viel erzählt:

Interview mit Henrich Berkhoff Henrich,

Du warst zunächst im Kreistag als persönlicher Vertreter von Egon Focke und danach wurdest Du immer als Direktkandidat in den Kreistag gewählt. In den ver- gangenen 21 Jahren hast Du in dieser Funktion so einiges erlebt und eine Menge Zeit geopfert. Der Kreistag tagt jedes Vierteljahr und die vorbereitenden Ausschuss- Sitzungen und Besprechungen nehmen (gefühlt) oft kein Ende. Aber Dein Beruf, Deine Familie und der Hof nehmen Dich ja ohnehin zeitlich gut in Anspruch – bleibt dann noch genügend Zeit für dieses Ehrenamt?


Ja, auf alle Fälle. Die notwendige Zeit nehme ich mir, weil man politische Entscheidungen nicht nur kritisieren sollte. Ich möchte durch meine Arbeit die Politik mitgestalten. Als 2. stv. CDU-Fraktionsvorsitzender, stv. Vorsitzender des Bauausschusses, Mitglied in Aus- schüssen/Gremien und Sprecher der CDU für die Digitalisierung setze ich mich für die Menschen, Unternehmen und Vereinigungen im Kreis Warendorf ein. Das Ehrenamt macht mir Freude und die Zusammenarbeit mit meinen Fraktionskollegen ist sehr gut.

Welche Aufgaben hat der Kreis Warendorf?
Im Unterschied zu den kreisfreien (größeren) Städten haben wir eine zusätzliche kommunale Ebene mit Kreistag und Kreisverwaltung, die vielfältige Aufgaben hat: Der Landrat übt die Kommunalaufsicht aus, leitet die Kreispolizeibehörde und bildet mit dem Schulaufsichts- beamten das Schulamt. Zu der Kreisverwaltung gehören vier Dezernate mit insgesamt 15 Ämtern(!). Außerdem gehören noch Jobcenter, Museen, Gesellschaft für Wirtschafts- förderung und die AWG (Abfallwirtschaftsgesellschaft) dazu. Für die Gemeinden, die über keine eigenen Bau- und Jugendämter verfügen, übernimmt der Kreis diese Aufgaben.

Der Kreis finanziert sich durch Umlagen:Wird dadurch großzügiger Geld ausgegeben?
Über 90 % der Aufgaben des Kreises sind gesetzlich vorgeschriebene Pflichtaufgaben (Landschaftsverbandsumlage, Jobcenter und Personalkosten sind die größten Einzelhaus- haltsstellen). Steigen die Kosten, führt dies – falls kein anderer Ausgleich möglich ist – zu einer Erhöhung der Kreisumlage zu Lasten der Gemeinden. Natürlich sind unsere Rats- mitglieder an einer niedrigen Kreisumlage interessiert. Falls der Kreis aber mehr Geld für die Erfüllung seiner Aufgaben benötigt, muss auch die Stadt Ahlen anteilsmäßig mehr zahlen!

Wo liegen Deine Schwerpunkte?
Als Christ mit klaren Wertvorstellungen liegen mir die Hilfsangebote für benachteiligte Menschen sehr am Herzen. Ich engagiere mich gerne, wenn es um das Wohlergehen und die Zukunft unserer Kinder geht (ich bin Kreisvorsitzender des Kinderschutzbundes). Ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit ist die Digitalisierung. Dafür schaffen wir bis Ende 2023 in den Außenbezirken schnelle Glasfaser-Internetanschlüsse. Über den flächendeckenden Glasfaserausbau in diesen Bezirken, finanziert mit Fördergeldern, freue ich mich besonders. Dieses Erfolgsprojekt kommt nicht nur privaten Haushalten zugute sondern ist auch ein wichtiger Standortvorteil für unsere heimischen Wirtschaftsunternehmen. Die Verbesserung des Funknetzes (nicht nur in Tönnishäuschen) wird umgesetzt.

Anfang 2021 wurdest Du in den Regionalrat Münster gesandt. Welche Aufgaben hat dieses für viele unserer Leserinnen und Leser doch eher unbekannte Gremium?
Der Regionalrat Münster ist ein wichtiges Bindeglied zwischen der Bezirksregierung in Münster und der Landesregierung in Düsseldorf. Er ist für die Regionalplanung im Münsterland verantwortlich und legt Ziele für die Raumordnung fest (wo kann ein Neu- baugebiet entstehen oder Gewerbeflächen ausgewiesen werden). Außerdem betreibt er Strukturpolitik (Verkehrsinfrastruktur, Förderprogramme
usw.)

Henrich, wir danken Dir ganz herzlich für das Interview.


Henrich war auf dem Sommerfest der Bezirksregierung dabei, als der Ministerpräsident des Landes NRW, Herr Hendrik Wüst, sich lobend über die Arbeit dieser Behörde äußerte. Auf dem Foto sind (von links) der Fraktionsvorsitzende der CDU im Kreis, Guido Gutsche, der Ministerpräsident Hendrik Wüst, Henrich Berkhoff und Werner Schulze Esking, Mitglied im Regionalrat für das Münsterland