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10.02.2017

„Modellflieger sind keine Drohnen“

Aktuelles aus der Kommunalpolitik

Dennoch: Verein von neuer Verordnung betroffen / Zunächst bleibt alles wie gehabt


Bild: MFC Ahlen e.V
 -pes/az- Tönnishäuschen - Zunächst bleibt alles beim Alten – das war die Kernnachricht, die Reinhold Sendker am Mittwoch den Aktiven vom Modellflugclub Ahlen (MFC) im Vereinsheim in Tönnishäuschen zur neuen „Drohnenverordnung“ mitteilen konnte. „Sie werden ihre Modelle jedoch mit einer Plakette kennzeichnen müssen“, kündigte der Bundestagsabgeordnete der CDU im Kreis Warendorf an.


Damit ist allerdings noch nicht die ganze sogenannte Verordnung des Bundesverkehrsministeriums erklärt. Der Abgeordnete war bereits im Herbst vergangen Jahres am Modellflugplatz am Alten Münsterweg zu Gast, um sich über die Belange der Modellflieger zu informieren. Als stellvertretender Vorsitzender des Verkehrsausschusses wird Sendkers Wort in Berlin wohl gehört. „Leider beschränkt sich die Aussage nur auf den Luftraum über Ihrem Gelände“, ging der CDU-Mann ins Detail. Für die Areale drumherum gelten nun strenge Vorschriften. Drohnen, genauer gesagt: „Multicopter“, unterliegen jetzt wie alle Luftfahrzeuge der Kennzeichnungspflicht. Bis 0,25 Kilogramm Fluggewicht genügt diese Kennzeichnung. Ab zwei Kilogramm Fluggewicht ist ein Kenntnisnachweis nötig und ab fünf Kilo Gewicht ist eine Erlaubnis Pflicht. Allen ist eine maximale Flughöhe von 100 Metern vorgeschrieben.


Besonders hervorgehoben sind Flugverbotszonen. Das sind die Liegenschaften der Bundes- und Landesbehörden, ebenso wie die Kon­trollzonen von Flugplätzen. Hier kam es im vergangen Jahr zu fast 90 gemeldeten Beinahe-Kollisionen mit den Drohnen. Ebenso verboten ist das Überfliegen von Wohn- und Industrieanlagen, Naturschutzgebieten sowie Menschenansammlungen. Überflüge an Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften sind ebenfalls nicht erlaubt.


„Wir bedauern diese Entscheidung, da wir einen günstigeren Kompromiss ausgehandelt hatten, der jedoch durch einen Einspruch, wohl aus dem Verteidigungsministerium wegen Sicherheitsbedenken, unmöglich wurde“, fasste Reinhold Sendker zusammen. Auch die Modellflieger, voran Verbands-Vizepräsident Ludger Katemann, bedauerten die Einschränkung und vor allem die Verallgemeinerung von Drohnen und Modellfliegern. „Unsere Mitglieder fliegen ihre Flugzeuge verantwortungsvoll. Es ist bedauerlich, dass wir unter dieser Verallgemeinerung zu leiden haben“, fasste der Vize zusammen. Die Modellflieger bedankten sich jedoch bei Reinhold Sendker für sein entschlossenes Eintreten und dafür, weit Schlimmeres mitverhindert zu haben.

 

Die CDU Ahlen nahm mit Dietmar Kupfernagel (OU Mitte-Nord) , Tanja Lehmann und Klaus Vorbrink (OU West) an diesem Gespräch teil.