Infobrief 1/2026 der CDU OU - Vorhelm
mit dem 1. Dorfbrief 2026 wünschen wir Ihnen für das neue Jahr alles Gute, insbe-sondere Gesundheit und Zufriedenheit. In diesem Brief geht es um einen Vorhelmer Künstler, der unsere Fragen über seine Kunstwerke beantwortet hat.
Herr Hatscher, Sie wurden im Jahre 1963 geboren und wohnen seit dieser Zeit ohne Unterbrechung in Vorhelm. Bereits in Ihrer Kindheit sind Sie angefangen, Bilder zu malen – spielten damals schon Motive aus dem schönen Vorhelm eine Rolle?
In der Kindheit habe ich gemalt, um meine (nicht immer schönen) Erlebnisse zu verarbeiten. Ich war schon etwa 20 Jahre alt, da habe ich (erst) die Vorhelmer Kirche gezeichnet. Für meine weiteren Werke wurde ich durch die Federzeichnungen von Johannes Everding inspiriert.
Um die Jahrtausendwende waren Sie als junger Mann in der Türkei und haben dort einen eigenen Stil beim Malen entwickelt. Natürlich sind Sie auf diesem Gebiet sehr talentiert – allerdings haben Sie nie ein Kunststudium absolviert. Haben Sie sich Ihr Können als Autodidakt selber angeeignet?
Ja, das stimmt. Ich habe damals meine Freizeit nicht in Kneipen oder Diskotheken verbracht, sondern für die Malerei genutzt. Für einige Bilder habe ich manchmal mehrere Tage gebraucht. Das hing natürlich auch von den Motiven ab. Aber immer wollte ich eine gute Arbeit abliefern.
Damit unsere Leserinnen und Leser einen kleinen Eindruck von Ihrer Malerei bekommen, zeigen wir am Schluss des Interviews eine von Ihnen gestaltete Vorhelmer Postkarte. Gibt es unterschiedliche Ansichten von den Motiven?
Natürlich. Oft fotografiere ich zuerst die Motive, die mir nicht so bekannt sind (das passiert aber nur selten in Vorhelm). Dann mache ich zunächst als Muster eine Bleistiftzeichnung. Wenn die Zeichnung besonders gut gelungen ist, habe ich damit eine Vorlage für die endgültigen Bilder, die ich in Farbe erstelle. Diese Vorlage verwende ich aber auch für weitere Bilder, in denen dieses Motiv vorkommt.

Begann mit den gemalten Postkarten die künstlerische Anerkennung?
Nein, der Beginn war der Druck meiner Postkarten auf Initiative des Leiters vom Stadt-teilforum Süd/Ost, Herrn Hermann Huerkamp. Damit wurde Werbung für diesen Ahlener Stadtteil gemacht. Dann habe ich mehrere Stempelentwürfe für die Bundes-post aus Anlass von 100 Jahre Neubeckumer Kirchen- und Zementgeschichte gefertigt. Zu diesen historischen Ereignissen habe ich 1999 auch die Vorlage für eine Medaille entworfen.
Jährlich erscheint das Ahlener Heimatbuch „Der beflügelte Aal“ mit vielen inte-ressanten Informationen aus der Stadt sowie den Ortsteilen Vorhelm und Dolberg. Wie oft haben Sie schon das jeweilige Titelbild illustriert?
Ich habe beginnend mit dem Jahr 2000 zwölf Titelseiten gemalt. Diese Seiten kön-nen nach der Internetsuche „Der beflügelte Aal“ bewundert werden.
Gerne denken wir an die Vorhelmer Kunstausstellung der CDU im Jahre 2005 in der Gastwirtschaft Pelmke zurück. Dort haben Sie öffentlich ihre Bilder ausgestellt. War das der Beginn für die vielen Kunstausstellungen, die Ihre Werke gezeigt haben?
Da muss ich Sie leider enttäuschen, denn bereits vor der Vorhelmer Kunstausstel-lung habe ich beim Heimatförderkreis und bei den Beckumer Briefmarkenfreunden im Jahr 1998 einige Postkarten und Bilder ausgestellt. Danach folgten ab 2014 mehrere Vernissagen im Ahlener Kulturkeller. Hierbei handelt es sich um Kellerräume im privaten Wohnhaus der Familie Massin. Frau Mechtild Massin und ihr Ehemann Dieter Massin (zwei Ahlener Mäzene) haben mich immer unterstützt und die Ausstellungen organisiert. Anschließend habe ich meine Werke in Teltow (im Rahmen der Städte-partnerschaft) und in Xanten sowie im Parkbad und in der Bücherei Ahlen ausgestellt.
Ihre Bilder waren sogar in der Hauptstadt von Litauen, Vilnius, zu sehen. Wie kam es dazu?
Meine Teilnahme bei dieser internationalen Ausstellung habe ich wieder dem Ehepaar Massin zu verdanken. Während meines Aufenthaltes habe ich etwa 30 Bilder von der Altstadt gemalt, von denen sogar einige für einen Jahreskalender 2023 der Stadt Vilinus (wegen Gründung der Stadt vor 700 Jahren) verwendet wurden.
Sie waren in den letzten Jahren regelmäßig im europäischen Ausland. Sind in Italien, Ungarn, Lettland usw. Ihre kunstvollen Reiseskizzen entstanden?
Ja, von besonderen Gebäuden, Denkmälern und Landschaften habe ich Skizzen angefertigt, die aber nicht im Internet zur Verfügung gestellt wurden.
Herr Hatscher wir danken Ihnen herzlich für das Interview